Allgemeine Geschäftsbedingungen

Stand: April 2026

1. Geltungsbereich

Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelten für die Nutzung der Software-as-a-Service-Anwendung „PlanExpress Pro“, bereitgestellt von der STR8ER UG (haftungsbeschränkt) i.Gr., Ahornallee 30, 25337 Kölln Reisiek (nachfolgend „Betreiber“).

Die Anwendung richtet sich ausschließlich an gewerbliche Nutzer (B2B). Die Nutzung durch Verbraucher im Sinne von §13 BGB ist nicht vorgesehen.

2. Vertragsgegenstand

Gegenstand ist die Bereitstellung der Progressive Web App „PlanExpress Pro“ zur digitalen Flächenberechnung und Aufmaßerstellung auf Grundlage hochgeladener Baupläne.

3. Registrierung

Die Nutzung erfordert eine Registrierung mit E-Mail-Adresse und Passwort. Der Nutzer ist verpflichtet, wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Die Zugangsdaten dürfen nicht an Dritte weitergegeben werden. Der Nutzer haftet für alle Aktivitäten unter seinem Konto.

4. Leistungsbeschreibung

PlanExpress Pro umfasst folgende Funktionen:

  • Upload und Verwaltung von Bauplänen (PDF, JPG, PNG)
  • Zeichnung von Wänden, Öffnungen, Nischen und Flächen
  • Automatische Flächenberechnung nach VOB/C und ÖNORM
  • Export der Ergebnisse als PDF, Excel und GAEB
  • KI-gestützte Erkennung (Maßerkennung, Raumerkennung, Legendenanalyse)
  • Optionales Sprach-Protokoll-Feature (Audio-Aufnahme mit automatischer KI-Transkription, siehe § 6a)
  • Offline-Nutzung mit lokaler Datenspeicherung
  • Cloud-Synchronisation bei bestehender Internetverbindung

5. Haftungsausschluss Berechnungen

Die von PlanExpress Pro berechneten Aufmaß-Ergebnisse (Wandflächen, Öffnungsabzüge, Aggregationen) sind technische Hilfestellungen und ersetzen keine fachkundige Prüfung. Der Betreiber übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Normkonformität der berechneten Werte. Der Nutzer ist verpflichtet, die Ergebnisse vor der Verwendung in Angeboten, Rechnungen oder Abrechnungen eigenständig zu prüfen.

6. Haftungsausschluss KI

KI-gestützte Funktionen (Maßerkennung, Raumerkennung, Legendenanalyse, Chat-Assistent) liefern automatisierte Vorschläge. Diese Vorschläge sind unverbindlich und können fehlerhaft sein. Der Betreiber übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit von KI-generierten Ergebnissen.

6a. Sprach-Protokoll-Feature (Voice-Transkription)

(1) Der Betreiber bietet als Teil von PlanExpress Pro eine optionale Funktion zur Audio-Aufnahme mit automatischer KI-basierter Transkription („Sprach-Protokoll“). Die Nutzung erfordert eine gesonderte Einwilligung des Nutzers gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO, die jederzeit widerrufen werden kann.

(2) Die KI-Transkription erfolgt durch einen Unterauftragsverarbeiter (derzeit Groq Inc., USA). Der Nutzer wird auf diesen Umstand – einschließlich des Drittlandtransfers und der genutzten EU-Standardvertragsklauseln – im Consent-Dialog und in der Datenschutzerklärung (Abschnitt 9a) hingewiesen. Der Betreiber behält sich vor, den Unterauftragsverarbeiter gem. Art. 28 Abs. 2 DSGVO zu wechseln; der Nutzer wird hierüber vorab informiert.

(3) Transkripte sind KI-generierte Inhalte im Sinne der EU-Verordnung 2024/1689 (EU AI Act) und werden im Protokoll-PDF entsprechend gekennzeichnet. Der Betreiber übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der Transkripte; sie können Erkennungsfehler enthalten. Der Nutzer ist verpflichtet, Transkripte vor einer weiteren Verwendung – insbesondere in Angeboten, Rechnungen oder Abrechnungen – auf sachliche und rechnerische Richtigkeit zu prüfen.

(4) Der Nutzer ist allein verantwortlich für die rechtmäßige Nutzung des Sprach-Protokoll-Features. Dies umfasst insbesondere:

  • die Information und ggf. die Einwilligung anwesender Dritter vor Beginn einer Aufnahme,
  • die Einhaltung von § 201 StGB (Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes),
  • die Einhaltung aller datenschutzrechtlichen Bestimmungen bei Aufnahmen, die personenbezogene Daten Dritter enthalten können.

(5) Der Betreiber stellt dem Nutzer technische Hilfsmittel zur Verfügung, insbesondere:

  • einen permanent sichtbaren roten Aufnahme-Banner während aktiver Aufnahme,
  • einen abrufbaren Hinweis-Text für anwesende Dritte,
  • die Möglichkeit, einzelne Aufnahmen oder alle Aufnahmen auf einmal zu löschen (DSGVO Art. 17),
  • die Möglichkeit, die Einwilligung jederzeit zu widerrufen (DSGVO Art. 7 Abs. 3).

(6) Speicherung und Löschung: Audio-Aufnahmen werden nach maximal 30 Tagen durch einen automatischen Server-Cronjob gelöscht. Transkript-Daten werden im selben Zuge soft-deleted. In das Aufmaß-Protokoll exportierte Inhalte bleiben Teil der Projekt-Dokumentation. Details: siehe Datenschutzerklärung, Abschnitt 9a.

(7) Freistellung: Der Nutzer stellt den Betreiber von allen Ansprüchen Dritter frei, die aus einer rechtswidrigen Nutzung des Sprach-Protokoll-Features durch den Nutzer resultieren, insbesondere aus Verstößen gegen § 201 StGB oder gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen. Die Freistellung umfasst auch angemessene Kosten einer erforderlichen Rechtsverteidigung. Die Regelungen zur Haftungsbeschränkung des Betreibers gem. § 5a bleiben unberührt.

(8) Der Widerruf der Einwilligung stoppt eine gerade laufende Aufnahme mit sofortiger Wirkung. Bereits erstellte Aufnahmen werden durch den Widerruf nicht automatisch gelöscht; hierzu steht dem Nutzer die Funktion „Alle Sprach-Aufnahmen löschen“ in den Einstellungen zur Verfügung.

6b. Auftragsverarbeitung (AVV)

(1) Soweit der Auftragnehmer (STR8ER UG [haftungsbeschränkt] i.Gr.) im Rahmen der Vertragsausführung personenbezogene Daten im Auftrag des Auftraggebers (Handwerksbetrieb) verarbeitet, gilt dieser Paragraph als Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) gemäß Art. 28 DSGVO. Mit Akzeptanz dieser Allgemeinen Geschäftsbedingungen schließt der Auftraggeber gleichzeitig einen AVV mit dem Auftragnehmer ab.

(2) Gegenstand und Dauer der Verarbeitung: Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt zum Zweck der Bereitstellung der Aufmaß-Software PlanExpress Pro und der damit verbundenen Dienste (u. a. Aufmaß-Dokumentation, KI-OCR, Sprach-Protokolle, Export). Die Dauer richtet sich nach der Laufzeit des Hauptvertrages. Nach Vertragsende werden alle personenbezogenen Daten innerhalb von 90 Tagen gelöscht oder anonymisiert, soweit keine gesetzlichen Aufbewahrungs­pflichten entgegenstehen.

(3) Art und Zweck der Verarbeitung: Die Verarbeitung umfasst das Erheben, Erfassen, Speichern, Verändern, Anzeigen, Exportieren und Löschen der Aufmaß- und Projektdaten, einschließlich optionaler Sprach-Aufnahmen und deren KI-Transkription.

(4) Datenkategorien: Stammdaten (Benutzerkonto, Betriebsinformationen), Projekt- und Aufmaßdaten (Pläne, Raum-Dimensionen, Bauteile), optionale Sprach-Aufnahmen und Transkripte, Kundendaten soweit vom Auftraggeber eingegeben (z. B. Kundenname im Projekt).

(5) Kategorien betroffener Personen: Mitarbeiter des Auftraggebers, Endkunden des Auftraggebers (soweit in Projektdaten eingegeben), anwesende Dritte bei Sprach-Aufnahmen (in Verantwortung des Auftraggebers, siehe § 6a Absatz 4).

(6) Technische und Organisatorische Maßnahmen: Der Auftragnehmer ergreift angemessene TOM gemäß Art. 32 DSGVO. Die Dokumentation ist unter docs/legal/TOM.md im Produkt-Repository abrufbar (oeffentliche Publikations-URL wird zum Launch bekannt gegeben) und Bestandteil dieses AVV.

(7) Unterauftragsverarbeiter: Der Auftraggeber ist mit der Beauftragung folgender Unterauftragsverarbeiter einverstanden: Supabase Inc., Vercel Inc., OpenRouter Inc. (einschließlich der nachgelagerten Modell-Anbieter OpenAI, L.L.C. und Anthropic, PBC), Groq, Inc., Google LLC (nur als Diagnose-Endpoint) und Functional Software, Inc. (Sentry). Die aktuelle Liste ist im Dokument docs/legal/SUB-PROCESSORS.md gepflegt (oeffentliche Publikations-URL wird zum Launch bekannt gegeben) und der Datenschutzerklärung zu entnehmen. Der Auftragnehmer informiert den Auftraggeber rechtzeitig (mindestens 30 Tage im Voraus) über beabsichtigte Änderungen oder Ergänzungen. Der Auftraggeber kann der Änderung binnen 14 Tagen aus wichtigem Grund widersprechen; andernfalls gilt sie als genehmigt.

(8) Drittlandtransfer: Einzelne Unterauftrags­verarbeiter sitzen in den USA (insbesondere OpenRouter Inc., OpenAI, L.L.C., Anthropic, PBC, Groq Inc., Sentry). Für den Transfer werden EU-Standardvertragsklauseln (SCC) in der jeweils aktuellen Fassung genutzt; soweit der jeweilige Anbieter unter dem EU-US Data Privacy Framework (DPF) zertifiziert ist, dient dieses zusätzlich als Transfergrundlage. Details siehe Datenschutzerklärung sowie SUB-PROCESSORS.md.

(9) Pflichten des Auftragnehmers:

  • Verarbeitung nur auf dokumentierte Weisung des Auftraggebers (= diese AGB + Software-Nutzung)
  • Verpflichtung der Mitarbeiter auf Vertraulichkeit
  • Unterstützung des Auftraggebers bei Betroffenenanfragen (Art. 15–22 DSGVO)
  • Unterstützung bei Datenschutz-Folgenabschätzungen
  • Meldung von Datenschutzverletzungen innerhalb 72 Stunden nach Kenntnis (Art. 33 DSGVO)
  • Löschung oder Rückgabe der Daten nach Vertragsende (Wahlrecht des Auftraggebers)

(10) Kontrollrechte des Auftraggebers: Der Auftraggeber hat das Recht, die Einhaltung der AVV-Pflichten durch Vorlage geeigneter Nachweise (z. B. Zertifizierungen, TOM-Dokumentation) zu überprüfen. Für weitergehende Vor-Ort-Audits kann ein Termin vereinbart werden; angemessene Kostenübernahme durch den Auftraggeber.

(11) Haftung: Die Haftung richtet sich nach Art. 82 DSGVO und den Haftungsregelungen im Hauptvertrag (§ 5a).

5a. Haftungsbeschränkung

(1) Der Betreiber haftet unbeschränkt für Schäden an Leben, Körper und Gesundheit sowie für Vorsatz und Arglist.

(2) Bei grober Fahrlässigkeit haftet der Betreiber in Höhe des vertragstypisch vorhersehbaren Schadens.

(3) Bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalspflichten) durch einfache Fahrlässigkeit ist die Haftung auf den vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden begrenzt, maximal jedoch auf die vom Nutzer gezahlte Vergütung der letzten 12 Monate.

(4) Im Übrigen ist die Haftung für einfache Fahrlässigkeit ausgeschlossen.

(5) Die vorstehenden Haftungsbeschränkungen gelten auch für die persönliche Haftung der Mitarbeiter, Vertreter und Organe des Betreibers.

7. Verfügbarkeit

Der Betreiber bemüht sich um eine hohe Verfügbarkeit der Anwendung, kann jedoch keine ununterbrochene Erreichbarkeit garantieren. Wartungsarbeiten und technische Störungen können zu vorübergehenden Ausfallzeiten führen. Die Offline-Fähigkeit der PWA gewährleistet, dass lokal gespeicherte Daten auch ohne Internetverbindung verfügbar bleiben.

8. Nutzungspflichten

Der Nutzer verpflichtet sich:

  • Die Anwendung nicht missbräuchlich zu nutzen
  • Keine automatisierten Massenanfragen (Scraping, Bots) durchzuführen
  • Keine rechtswidrigen Inhalte hochzuladen oder zu verbreiten
  • Keine Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen oder zu beeinträchtigen

9. Geistiges Eigentum

Alle Rechte an der Software, einschließlich Quellcode, Design, Algorithmen und Dokumentation, liegen beim Betreiber. Der Nutzer erhält eine nicht-exklusive, nicht übertragbare Nutzungslizenz für die Dauer der Vertragslaufzeit. Die vom Nutzer erstellten Inhalte (Projekte, Pläne, Berechnungen) verbleiben im Eigentum des Nutzers.

10. Pilotphase

PlanExpress Pro befindet sich aktuell in einer kostenlosen Testphase. Der Funktionsumfang kann sich während dieser Phase ändern. Der Betreiber behält sich vor, nach Abschluss der Pilotphase kostenpflichtige Tarife einzuführen. Bestehende Nutzer werden rechtzeitig informiert.

11. Kündigung

Der Nutzer kann sein Konto jederzeit über die Einstellungen löschen. Nach der Kontolöschung werden alle Daten 30 Tage aufbewahrt (Soft-Delete) und anschließend endgültig gelöscht. Der Betreiber kann den Zugang bei Verstoß gegen diese AGB mit sofortiger Wirkung sperren.

Datensicherung: Der Nutzer ist eigenverantwortlich für die Sicherung seiner Daten. PlanExpress Pro bietet eine Export-Funktion (PDF, Excel, JSON), über die alle Projektdaten vor einer Löschung heruntergeladen werden können. Nach Ablauf der 30-tägigen Aufbewahrungsfrist ist eine Wiederherstellung der Daten nicht mehr möglich.

12. Datenschutz

Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt gemäß unserer Datenschutzerklärung.

13. Änderungen der AGB

Der Betreiber behält sich vor, diese AGB zu ändern. Änderungen werden dem Nutzer per E-Mail angekündigt. Der Nutzer hat ein Widerspruchsrecht innerhalb von 30 Tagen nach Zugang der Änderungsmitteilung. Bei Widerspruch endet der Vertrag zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung. Die Weiternutzung nach Ablauf der Widerspruchsfrist gilt als Zustimmung zu den geänderten AGB.

14. Schlussbestimmungen

Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesen AGB ist, soweit der Nutzer Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist, Pinneberg.

Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. An die Stelle der unwirksamen Bestimmung tritt eine Regelung, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt.